TABU Pro/Kontra New´s Rente Alkohol Hartz 4 Krebs Meinungen Leserbriefe FOCUS Forum Impressum

Situation


Ich bin nun 66 Jahre alt und war 2005 sozusagen


ein Gründungsmitglied


bei Hartz 4 im Landkreis Rhön-Grabfeld.


Viele Menschen halten die „Hartzer“ (Leistungsempfänger Hartz vier)  für Drückeberger, Faullenzer und behandeln diese Menschen wie den letzten Dreck, obwohl auch ein gut situierter Bürger ganz schnell zum „Hartzer“ werden kann und wenn er zehn Mal kein Faullenzer oder Drückeberger ist.


Was sagt er dann?



Ich möchte Ihnen auf dieser Seite meine Lebenssituation schildern wie ich zu einem Hartzer wurde. Bei Weitem, das kann ich von mir behaupten, bin ich nie ein Drückeberger oder Faullenzer gewesen. Nach acht Jahren Bundeswehr arbeitete ich ich in der kleinen Bäckerei eines sehr guten Freundes, das Betriebsklima war super, habe gut verdient, kurz - ich war zufrieden mit dieser Zeit. Bis ein Alptraum den anderen jagte.


1991 -- Unfall ( Glasscheibe in der Brust) bei dem ich fast drauf ging.


1992 --  Alkoholtherapie, bis heute „trocken“


1996 -- kurzer Lichtblick, ich gewann im Lotto einen Audi A3,


1997 -- Geschäftseröffnung (Computer, Service-Technik) Nebenerwerb


1998 -- GEZ Abzocke, 700.00 DM für einen Fernseh bezahlt der kein Empfangsteil hatte.


2002 -- Zungenkarzinom - K R E B S -


2013 – Zungenkrebs kam zurück OP - alles in Ordnung – vorläufig!


Es war Schluss mit Computergeschäft, ich mußte meine Arbeit auf dem Bau aufgeben und nun ging es körperlich wie finanziell, bergab, bis hin zur größten Katastrophe die bis dato vom Staat geschaffen wurde.


HARTZ 4


Nun meine Erlebnisse mit diesem A L B T R A U M.


Hartz IV mit dem Sozialgesetzbuch II gilt als die größte gesetzgeberische Katastrophe in der Bundesrepublik Deutschland. Die Bundesregierung redet die Situation der ALG II Empfänger sozialpolitisch schön, ohne einmal selbst erlebt bzw. gesehen zu haben, wie unwürdig, voller Verzweiflung und wachsendem Elend, Hartz IV Empfänger leben müssen. Die Fehler liegen in einer Pauschalierung des Existenzminimums, einer lediglich als Ermessensalmosen eingeräumten Arbeitsförderung und einer rechtlich verunglückten Trägerkonstruktion. Dazu kommen handwerkliche Schnitzer in unvorstellbarem Umfang. Hartz ein Name, ein Symbol für, die Teilung der Bundesrepublik in Arm und Reich bzw. arm noch ärmer – reich noch reicher.


Statt die Fehler des Herrn Hartz zu beseitigen, wird munter nach der Gesetzgebung operiert.


Viele Menschen in verschiedensten Berufssparten können in den "Genuss" des Hartz IV geraten, nur diejenigen nicht die dafür verantwortlich sind, sowie deren ausführenden Organe (Beamte). Sie werden niemals für sich selbst einen Hartz IV Antrag stellen müssen, daher ist es ihnen sch…egal wie die Unterschicht dahinvegetiert. Im Gegenteil, es wird noch vorne und hinten gekürzt bzw. Gelder werden dem Hartz Empfänger vorenthalten, um beim Dienstherrn sagen zu können „Ich hab im vergangenen Jahr ….. Euro gespart.“  


Dem Bürger der Hartz IV Empfänger wird, bleibt nichts anderes als mit dem zufrieden zu sein was er bekommt und das ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel.


Wer von den Hartz IV Empfängern bekommt an finanziellen Mitteln alles was ihm nach den Buchstaben des Gesetzes zusteht?


Sicher sind das nur diejenigen die sich mit dem Gesetz lange auseinandergesetzt haben oder den Sachbearbeitern so lange Fragen stellen bis sie alles bekommen oder zum Schweigen gebracht werden. Jedoch gehen viele mit gemischten Gefühlen zur Anmeldung, sind am Ende mit dem zufrieden was ihnen zugeteilt wird, "pauschal stehen ihnen ..... zu" dieser Spruch ist schon Standard und wie ich ihnen zeigen werde, nicht erlaubt.


Durch die „Sozialreformen“ der letzten Jahre wurden die Zahlungen erheblich gekürzt, um so mehr ist es für den Einzelnen wichtig zu Wissen auf welche Leistungen er gesetzlichen Anspruch hat. Jedoch bei den Hartz IV Sachbearbeitern, die sich „Fall - Manager“ nennen??, ist eine Beratung des Hartz IV-Empfängers eher eine Rarität. Übersichtlicher sind die Sozialgesetze durch Hartz IV auch nicht geworden, für den „Normalen Bürger“ eher noch undurchsichtiger.


Seit Einführung des SGB II wurde dieses schon zum zehnten Male geändert, ebenso in der Ausführung wurden Teile der massenhaften Fehler behoben, jedoch eine große Auswirkung auf Hebung des Lebensstandards eines Hartz IV Empfängers hatte es bisher nicht. Global gesehen sind die Nutznießer der Änderungen eigentlich immer die Behörden.


Sozialgerichte werden kontaktiert und es wurden zahlreiche Klagen eingereicht, doch kann auch der beste Richter nicht mehr, wie arbeiten.


Die zum Teil chaotischen Verhältnisse auf den Ämtern, undurchschaubare Formulare und die Unwissenheit des Personals hält die Agenturen nicht davon ab den „Mächtigen“ zu mimen. Problematisch ist insbesondere, dass die Agenturen mit unterschiedlichen Maßstäben messen. So kommt es, dass in einer Großstadt in einem Bezirk anders entschieden wird als in dem anderen.


Bei vielen „Managern“ wird die Unwissenheit durch „Befehle“ überspielt, akzeptiert der Hartz IV-Empfänger, ist es gut, wird die Anordnung nicht respektiert so tritt dies in Kraft: „Gemeinsam sind wir stark“ – d.h. es wird gemeinsam solange gesucht bis etwas gefunden wird, dass dem Hartz IV Empfänger unangenehm ist, er jedoch dank der Mitwirkungspflicht erfüllen muss und somit wird er still gehalten bzw. zum folgsamen Leistungsempfänger.


Nicht nur ein Beamter in der Stellung eines „Fallmanagers“ ist als „Halbgott“ anzusehen, nein, in den gehobenen Bereichen sind es schon „Götter“.  Doch lassen wir das, es sind auch nur Menschen oder? Evt. sollte man ihnen dies einmal deutlich zu verstehen geben?  Vielleicht merken Sie nicht mehr, dass auf der anderen Seite des Tisches auch ein Mensch steht, aber dies wird zu gegebener Zeit sicher mal korrigiert werden.


Doch lassen wir die „Fallmanager“ nun etwas in Ruhe -- hier meine Erlebnisse


Ich bin nun 54 Jahre alt, nach Zungenkarzinom (Krebs) 80% behindert, mein Name ist 74706BG2547890 (Norbert Dümpert). Vor fünf Jahren hatte ich noch einen Arbeitsplatz (Bau) in einer Dreimann Firma, ein gutes Arbeitsverhältnis, guter Lohn,  ein kleines Computerunternehmen als Einmannbetrieb und Nebenerwerb, ließen ein sorgloses Leben erscheinen. Na gut –Glasscherbe- ein Unfall, Alkoholsucht – bezwungen, trocken, GEZ – Geschäft aufgegeben und nun Hartz IV – wie ich dieses staatliche Geschwür loswerde weis ich noch nicht, aber mit etwas Glück schaffe ich das auch. Heute muss ich leider zugeben: Einmal drin, nie mehr raus.


Für meine Begriffe ist Hartz IV die niederste Stufe in der Gesellschaft, man zählt als Faulenzer, obwohl man arbeiten will, man wird nur noch von „Oben herab“ angesehen, ist das der Sinn eines arbeitsreichen Lebens? mit Sicherheit nicht.


Hilfe ist von den „Fallmanagern“ keine zu erwarten, dieser Personenkreis hat mit sich selbst genug am Hut, also heißt das: Nicht unterkriegen lassen, selbst den Karren aus dem Dreck ziehen, trotz Behinderung.


In einem Staat, wo ein Mensch keinen Wert hat, jeder eine materielle Gesinnung besitzt (was ich einmal habe, lass ich nicht mehr los)  in dem nur das Geld regiert, wer was auf sich hält auswandert (keine Materielle Bindung), da soll es noch so etwas wie Nächstenliebe oder Hilfe geben? N I E.


Doch lassen Sie mich nun über meine Situation bei Hartz IV direkt berichten.


Ich beziehe seit 2005 Hartz, eines Tages bekomme ich ein Schreiben indem ich bezichtigt werde einen Bausparvertrag nicht angegeben zu haben, daraufhin ließ ich mir telefonisch einen Termin geben, anders kommt man keinen Zentimeter an einen „Fallmanager“ ran. Der Termin lag auf 11 Uhr, pünktlich wie ich das von mir gewohnt bin, war ich dort, um zwei nach elf war es geklärt. Die „Fallmanagerin“ hätte sich wie ein Manager verhalten sollen, erst kontrollieren und dann reagieren. Da ich schon einmal hier war, wollte ich noch einige Fragen stellen. Nach der ersten Frage („ob es Reparaturzuschuss für defekte Waschmaschine gibt“.) wurde kurz geantwortet „Nein“ das war es schon. Oha, dachte ich, kurz angebunden?


Frage zwei: Werden notwendige Reparaturen am Eigenheim bezuschusst?


Wiederum: „Nein“. Eine Lüge!!!


Auf Fragen wird knapp mit ja oder nein geantwortet -- Zeit ist Geld!! -- Beratung Fehlanzeige. Zum Abschluss wollte ich wissen: Wie viel Heizkosten genau, stehen mir nach dem Gesetz für die Winterzeit zu? Dies war vermutlich zuviel – nach einer „nicht ganz einfachen“ Rechnung bekam ich zur Antwort „so ca. 300 Euro“ fertig.


Da kommt man sich wie ein Hund vor, nimm und friss.  


Weil ich mich nicht mit den knappen Auskünften zufrieden geben wollte und das Gefühl hatte, zu einer Marionette degradiert worden zu sein, beschwerte ich mich schriftlich bei der Vorgesetzten der Sachbearbeiterin. Nach sieben Wochen Bearbeitungszeit will sie mir zeigen wer das Sagen, also die Macht hat. Einerseits war es ein finanzieller Erfolg für mich, andererseits hätte ich es als demütiger Staatsbürger lieber nicht getan. Meine Zuzahlung zu den Heizkosten stieg von ca. 300 Euro auf wundersame 420.00 Euro an, hätte ich Stillschweigen gewahrt, hätte ich 120 Euro zu wenig ausgezahlt bekommen. Im Jahr zuvor, bekam ich von den mir zustehenden 420 Euro, nur ca. 280 ausgezahlt. Ein Mangel ist ebenso die Beschaffung, ist jemand Eigenbeschaffer also kauft sich Holz und macht es dann Ofenfertig muss er die Kosten vorauszahlen?


Nach den Damen und Herrn „Managern“ muss der Hartz IV – Teilnehmer zuerst die Ware bezahlen und mit der Quittung antanzen und irgendwann bekommt er das voraus bezahlte Geld zurück, per Überweisung. Hier scheinen einige Denkfehler auf einem Haufen zu sein, zum Einen, mit was soll der Hartz IV-Empfänger 420.00 Euro vorauszahlen bei nur 520.00 „Lohn“ insgesamt, zum Anderen wenn er vorauszahlt ist er doch, nach der staatlichen Denkweise, nicht mehr bedürftig – oder?


Solche irrsinnigen Anordnungen bringen einen „normalen Bürger“ schon etwas aus der Fassung, nun haben mir die „Fallmanager“ im ersten Jahr 140 Euro vorenthalten und wollten im Zweiten mit 120  nachschlagen. Die Beträge bei Einem Hartz IV Empfänger muss man auf Alle „Selbstbeschaffer“ umlegen, so kommt man vermutlich auf eine achtstellige Summe die „gespart“ wurde.


Mit dem Schreiben an die Vorgesetzte der Fallmanagerin begann ein Kampf um Recht und Macht, ich will mein Recht und Sie die Macht. Ein solches Gerangel kann nur vor einem Gericht enden und das wird es. Wer? ja, wer? kämpft nicht um sein Recht, wenn ihm Beträge vorenthalten werden. Natürlich mit den rechtlichen Mitteln, die der Staat  trotz aller Gier, den „armen Schweinen“  offen gelassen hat. Leider nimmt nicht jeder dem Geld vorenthalten wird dies in Anspruch, dann würden einige „Fallmanager“ wissen, dass sie keine „Halbgötter“ sind, sondern Menschen wie Du und ich.



Ich habe den gesamten Schriftverkehr zu Hause, wenn irgend Jemand Zweifel an meinen Ausführungen hegt, ich kann alles belegen.


Ich bin nicht vor Gericht, da ich keine Chance hätte, durch die sog. Verjährung des Vorfalls, dies wurde von den Anwälten des Staates richtig erkannt und von den sog. Fachpolitikern umgesetzt.



Soviel zu Hartz vier, ich wünsche Jedem


- ausgenommen den Politikern und ihrer Verwandtschaft -


das sie NIE zu den HARTZERN gehören.

Waltershausen im Grabfeld